Der Durchgang Kaserne VI wurde auf beiden Seiten auf die Türhöhe von den Eingängen zur Polizei auf der einen und zum Museum auf der anderen Seite angehoben. Von der Hofseite kann man auf der Polzeiseite über eine Schräge (6%) hochfahren, auf der Museumseite sind Stufen. Will man weiter fahren, muss man die Seite wechseln zum Museum, hier geht es dann auf einer Schräge (8%) hinunter zur Alten Brauereistraße in die Altstadt. Geradeaus kommen Stufen.
Vorsicht! Einen Hinweis, dass die Seite zu wechseln ist, gibt es nicht.
Der Durchgang ist gut ausgeleuchtet. Aber man sitzt im Rollstuhl tief und erkennt die Treppe von oben spät. Eine Kennzeichnung der Stufenkanten mit einem farblichen Unterschied gibt es nicht, für Sehbehinderte entsteht ein Problem.
Wie mir mitgeteilt wurde, wird an den Stufen ein gut sichtbarer Handlauf angebracht, der für Gehbehinderte sicher von Vorteil ist und deutlich signaliesieren soll, dass hier Stufen sind.
Von den drei Bögen, die die Museumseite von der Polizeiseite trennen, wird nur der mittlere offen bleiben, die beiden anderen haben eine Stufe und werden noch durch ein Gitter geschlossen.
Die Jubiläen von Feuerwehr und Stadtbibliothek in der Kaserne VI waren ein Grund zum Feiern und zur Freude. Darüber hinaus hat die Stadt auch einen weiteren Schritt zur Barrierefreiheit gemacht: Durch die Neugestaltung des Eingangs mit Rampe ist es jetzt auch Rollstuhlfahrern möglich, Veranstaltungen in der Kaserne VI zu besuchen. Auch die neue Sanitäreinrichtung entspricht heutigem Standard.
Ein Weihnachtsmarkt ist gemeinhin für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen ein Horror, sind doch ständig irgendwelche Kabel und Schläuche mit und ohne Abdeckungen auf der Erde, die man im Gedränge nicht sieht und die ständige Stolperfallen darstellen.
Und jetzt dieser wunderschöne Markt in Saarlouis, wo die Familie Spangenberger und ihre Helfer bewiesen haben, dass es auch ganz anders geht. Da werden aus notwendigen Versorgungsleitungen tannenbegrünte Brücken, und nichts stört auf der Erde bis auf wenige Ausnahmen.
Dafür bedanken wir uns nicht nur im Namen des Aktionskreises Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Freunde Saarlouis, sondern mit Sicherheit auch im Namen aller Behinderten, die hoffentlich sehr zahlreich diesen Markt besuchen werden.
Weiter so und geben Sie Ihre guten Ideen auch an andere weiter!
Das Kopfsteinpflaster in der Silberherzstraße in Höhe Bierstraße ist gegen glattere Pflastersteine ausgetauscht worden, die mit dem Rollstuhl zu befahren sind und auch für Gehbehinderte eine bessere Passage ermöglichen.
Wir bedanken uns bei der Stadt, dass unsere Anregungen auf fruchtbaren Boden fallen.
Am 10.07.08 steht im Lokalteil Saarlouis der Saarbrücker Zeitung ein großer Artikel „Stadt gibt Geld für schöne Geschäfte“ über ein Vorhaben der Stadt Dillingen, bis zu 15.000,00 € für Modernisierung von Geschäftshäusern zu bezuschussen. Was aus dem Titel nicht ersichtlich ist, sondern erst im Text zum Ausdruck kommt, ist aus unserer Sicht eine kleine Sensation: Der dickste Brocken, nämlich 60 % und bis zu 7.500,00 €, werden dafür ausgegeben, wenn Umbauten durchgeführt werden, die der Barrierefreiheit dienen!
Ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit, und wir können den Senioren und Behinderten der Stadt Dillingen nur zu einer so weitsichtigen und nach vorn denkenden Verwaltung, mit Herrn Berg an der Spitze, gratulieren. Auch wenn diese Stadt bekanntermaßen aus dem Vollen schöpfen kann, hätte sie das Geld auch für irgendwelche Prestigeobjekte verpulvern können, so wie es andere vormachen. Das ist ein Riesenschritt, um auch auf diese Weise das Gleichstellungsgesetz umzusetzen. Nur einen kleinen Wermutstropfen hat das Ganze für uns: Leider ist es nicht unsere Stadt Saarlouis! Wir können nur hoffen, dass man das Ganze auch in unserem Rathaus liest.
Ein Erlebnis, nicht in Saarlouis und auch nicht im Zusammenhang mit dieser Stadt, hat uns sehr zu denken gegeben:
Bei einem Besuch des Zirkus Krone von einem Rollstuhlfahrer mit Begleitperson wurden diesem zunächst an der Kasse nur die Karte für den Rollifahrer berechnet, die Begleitperson war frei. Beide wurden an einem hervorragenden Platz in einer Loge untergebracht. Aber das Bemerkenswerte war, dass bei Eintritt in das Zirkuszelt ein offensichtlich leitender Mann die beiden ansprach und den abgebildeten Zettel übergab mit dem Hinweis auf die Behindertentoilette. Da kämpfen die Behinderten vor Ort um entsprechende Toiletten und ein Wanderzirkus führt einen gut ausgestatteten Toilettenwagen mit sich.
Bitte, liebe Gemeinden, die Ihr Euch so schwer damit tut, schneidet Euch hier eine dicke Scheibe ab! Das nennt man Behindertenfreundlichkeit!
