Hürdenlauf?! Hilfsmittel und Techniken für einen barrierefreien Alltag

Zu diesem Thema fand am Samstag, am Samstag, 25.10.2008, in den Räumen des Jugend- und Vereinshauses in der Lisdorfer Str. 16 a, Saarlouis, eine sehr interessante Infomesse statt.

Der Aktionskreis war ebenfalls mit von der Partie, weniger um Hilfsmittel anzubieten, als auf Hürden hinzuweisen, mit denen Behinderte in unserer Stadt leben und fertig werden müssen.

Nachfolgend finden Sie eine kleine kommentierte Bilderserie, die wir anlässlich dieser Infomesse zusammengestellt hatten.

Vorschaubild Plakat 1. Hürde

Hier demonstrieren wir, wie Pkws einfach den Bürgersteig vor dem Parkplatz vor dem Haus Ludwig in weitere Parkfläche umfunktionieren und uns so zum Ausweichen auf die Fahrbahn zwingen.

Vorschaubild Plakat 2. Hürde

Doch auch die große Fläche vor der Kaserne VI führt dazu, dass Fahrzeuge den Bürgersteig offensichtlich mit einem Parkplatz verwechseln, so dass hier ohne Slalom nichts mehr geht: Links die Fahrbahnbegrenzung und rechts die Wand, und zwischen den Fahrzeugen passt allenfalls ein schlanker Fußgänger durch.

Vorschaubild Plakat 3. Hürde

Am Gaswerkweg (direkter Fußweg zum Globus) lässt ein Fahrzeug einem Rollstuhlfahrer keine Chance, die Straße zu passieren, da dieses die einzige abgesenkte Querungsmöglichkeit auf dem Radweg zuparkt.

Vorschaubild Plakat 4. Hürde

Auch in der Vaubanstraße, kurz vor der Abzweigung zum Saaraltarm, wird der Bürgersteig durch parkende Fahrzeuge versperrt.

Vorschaubild Plakat 5. Hürde

Das gleiche Bild in Roden, auf der alten B 51: Ein Ausweichen auf die stark befahrene Fahrbahn ist unumgänglich. Wir hatten die Stadt auf diese Gefahrenstelle aufmerksam gemacht und als Antwort erhalten, dass man bereits Zettel verteilt habe mit dem höflichen Hinweis, man möge im Gehwegbereich einen Meter Platz lassen.

Vorschaubild Plakat 6. Hürde

Der ampelgeregelte Fußgängerüberweg mit Blindensignal am Kaier-Friedrich-Ring ist ein Musterbeispiel für eine Planung, die an den Bedürfnissen Behinderter vollkommen vorbei geht. Wie soll ein ortsfremder Blinder bei diesen Hindernissen (Begrenzungspoller etc.) seinen Weg ohne ein am Boden ertastbares Leitsystem überhaupt finden?

Vorschaubild Plakat 7. Hürde

Der deutlich gekennzeichnete Fußweg in der Lothringer Straße vor dem Theater am Ring wird ebenfalls ständig zugeparkt. Hier kommt niemand mehr durch.

Vorschaubild Plakat 8. Hürde

Dank Blumenkübel, die mitten auf dem Bürgersteig platziert wurden, wird der Eingang des Arbeitsamtes zwar nicht mehr zugeparkt, aber er ist auch nicht mehr ohne Ausweichen passierbar.

Vorschaubild Plakat 9. Hürde

In der Vaubanstraße besteht zwar ein Halteverbot, das jedoch nur für Fahrzeuge gilt, die mit einem Rad auf der Fahrbahn stehen. Fahrzeuge, die sich daher gleich auf den Bürgersteig stellen, sind nicht betroffen. Dabei spielt es dann auch keine Rolle, dass der Bürgersteig unpassierbar wird.

Vorschaubild Plakat 10. Hürde

Am Großen Markt wird ständig der Fußgängerweg vor Foto Porst zugeparkt. Da hier die einzige abgesenkte Querungsmöglichkeit besteht, wird Rollstuhlfahrern das Leben mal wieder unnötig schwer gemacht.

Vorschaubild Plakat 11. Hürde

Auch bei Flohmärkten und beim Kramermarkt wird der abgesenkte am Fußweg am Großen Markt nicht frei gehalten. Schwere Zeiten für Rollstuhlfahrer.

Vorschaubild Plakat 12. Hürde

Auch der Fußweg am Kreisel Kaiser-Friedrich-Ring/Am Kleinbahnhof gilt als beliebter Parkplatz. Da hilft es dem Wegsuchenden wenig, wenn der Fahrer oder die Fahrerin „gerade mal ein paar Minuten weg" war.

Vorschaubild Plakat 13. Hürde

Ebenso bei den Parkplätzen vor dem Landratsamt am Kaiser-Friedrich-Ring sieht es nicht besser aus: Fahrzeuge versperren den Fußgängerweg.

Vorschaubild Plakat 14. Hürde

Für weitere unnötige Ausweichmanöver sorgen Mülltonnen, die nach Entleerung kreuz und quer auf dem Bürgersteig abgestellt werden und oft tagelang so stehen bleiben.

Vorschaubild Plakat 15. Hürde

Ein typisches Bild für die Altstadt am Wochenende: Zerbrochene Flaschen liegen überall am Boden. Dieser Anblick ist nicht nur für Radfahrer ein Alptraum, die allerdings wenigstens noch absteigen und schieben können. Ein Rollstuhlfahrer kann das nicht.

Vorschaubild Plakat 16. Hürde

Ein Schildbürgerstreich: Der Fußgängerüberweg in der Güterbahnhofstraße bei der Bahnunterführung Lohestraße in Roden konnte wegen eines Gullis nicht abgesenkt werden. Hätte der Zebrastreifen nicht um einen Meter verlegt werden können?

Vorschaubild Plakat 17. Hürde

Tatort Arztpraxis in der Handwerkerstr. 1: Auch hier heißt es „Behinderte müssen draußen bleiben", weil sowohl die seitliche Auffahrt als auch der Durchgang zur Arztpraxis zugeparkt und mit Mülltonnen verstellt sind.

Vorschaubild Plakat 18. Hürde

Auch beim Oktoberfest waren zu steile Schrägen unnötige Hindernisse, die dann jedoch - nachdem wir darauf aufmerksam gemacht hatten - durch längere abgeflachte Zufahrten ersetzt wurden.

Vorschaubild Plakat Schlusswort

Wir sind am vorläufigen Ende unseres Hürdenlaufes angekommen. Wir hätten noch unzählige weitere Beispiele anführen können, belassen es aber heute aber dabei. Nicht unerwähnt lassen wollen wir allerdings die Konsequenzen, die ein Rollstuhlfahrer am eigenen Leib erfahren musste:

Am 10.08.2008 befuhr ein Rollstuhlfahrer in Hülzweiler die Hochstraße. Wegen der Kirmes war der Fußweg total zugeparkt, und er musste auf die Fahrbahn ausweichen. Eine 69-jährige Frau hat ihn daraufhin angefahren, so dass dieser aus seinem elektrischen Rollstuhl fiel, und dann einfach liegen gelassen. Das Opfer hat mehrere Prellungen erlitten. Die 69-jährige Frau muss sich nun wegen Verdachts auf Unfallflucht und fahrlässige Körperverletzung verantworten.

Rollstuhlfahrer bleibt zwischen zwei Bäumen hängen.
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